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Fermentieren im Glas: Anleitung für Sauerkraut, Kimchi & Co.

Fermentieren klingt nach Wissenschaft, ist aber Handwerk aus Großmutters Zeiten: Gemüse, Salz, Geduld. Im Einmachglas gelingt es auch beim ersten Versuch.

Sven Schindler
Sven Schindler
Redaktion Frisch-Werk · 28. Juni 2026 · 7 Min. Lesezeit
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Fermentieren ist die älteste Frischhaltemethode der Welt — und eine der gesündesten. Du brauchst kein Spezialequipment, nur ein sauberes Einmachglas, Gemüse und Salz. Den Rest erledigen Mikroorganismen ganz von allein.

Wie Fermentation funktioniert

Beim Fermentieren wandeln Milchsäurebakterien den Zucker im Gemüse in Milchsäure um. Die senkt den pH-Wert, hält unerwünschte Keime fern und macht das Gemüse haltbar — ganz nebenbei entstehen wertvolle probiotische Kulturen. Entscheidend ist nur eines: Es muss ohne Sauerstoff geschehen, also unter der Lake.

Die wichtigste Zahl: 2 % Salz

Die Faustregel für fast jedes Gemüse lautet 2 % Salz, bezogen auf das Gewicht. Bei 1 Kilogramm Kohl sind das 20 Gramm Salz. Zu wenig, und es wird matschig; zu viel, und die Bakterien arbeiten nicht. Mit dieser einen Zahl gelingen die meisten Fermente auf Anhieb.

„Salz, Geduld und Sauberkeit — mehr braucht gutes Sauerkraut nicht.“

Sauerkraut im Glas — Schritt für Schritt

Der Klassiker zum Einsteigen. Du brauchst nur Weißkohl, Salz und ein Glas:

Sauerkraut in 3 Schritten
1
Schneiden & Salzen
Weißkohl fein hobeln, mit 2 % Salz vermengen und kräftig kneten, bis Saft austritt.
2
Einschichten
Fest ins Glas drücken, bis die Lake alles bedeckt. Nichts darf herausragen.
3
Reifen lassen
Locker abdecken und 1–4 Wochen bei Raumtemperatur fermentieren, dann kühl stellen.

Wichtig: Während der Fermentation kein Vakuum

Ein verbreiteter Irrtum: Während das Gemüse aktiv fermentiert, entsteht Kohlendioxid — dieses Gas muss entweichen können. Ein dicht verschlossenes Vakuum ist hier also genau falsch und kann im schlimmsten Fall Druck aufbauen. In dieser Phase deckst du locker ab oder nutzt ein Gärventil.

Wann das Vakuum ins Spiel kommt

Der richtige Moment fürs Vakuum kommt danach: Sobald dein Ferment schmeckt, wie du es magst, willst du den Prozess stoppen und den Vorrat lange aufbewahren. Jetzt zahlt sich ein luftdichter Verschluss aus — er hält das fertige Sauerkraut oder Kimchi im Kühlschrank monatelang frisch, ohne dass es weiter nachsäuert.

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Kimchi, Gurken und mehr

Das Prinzip bleibt immer gleich: Gemüse, 2 % Salz, unter die Lake, Geduld. Mit Chili, Ingwer und Knoblauch wird aus Kohl ein Kimchi; mit Dill und Knoblauch werden aus Gurken knackige Salzgurken. Einmal verstanden, fermentierst du bald alles, was der Garten hergibt.

Häufige Fragen

Muss ich das Gemüse beschweren?
Ja. Alles muss unter der Lake bleiben — was herausragt, kann schimmeln. Ein Glasgewicht oder ein kleineres, gefülltes Glas hilft.

Woran erkenne ich, dass etwas schiefgegangen ist?
Pelziger Schimmel oben gehört entsorgt. Ein säuerlicher Geruch und Trübung sind dagegen völlig normal.

Wie lange hält fertiges Ferment?
Gekühlt viele Wochen bis Monate. Luftdicht verschlossen bleibt es noch länger frisch und säuert kaum nach.

Sven Schindler
Sven Schindler
Sven schreibt für Frisch-Werk über nachhaltige Küche, Vorratshaltung und alles, was Lebensmittel länger frisch hält.
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